Current / Aktuelles (in German)

25/09/2017

Das letzte halbe Jahr war ein geschäftiges - gleich mehrere Projekte habe ich realisieren können.
Jazz, mein Opus 3, wurde uraufgeführt, am 26.08. im Rahmen des Lucerne Festivals. Nachzuhören ist es noch wenige Tage online im SRF-Radio unter: https://www.srf.ch/sendungen/neue-musik-im-konzert/werkschau-des-composer-seminar oder - ganz neu - auf meiner Soundcloud-Seite, auf der ich in Zukunft alle kommenden Werke uploaden werde: https://soundcloud.com/adriankleinlosen
Mein neues Werk, Paroxysmen, ist nahezu abgeschlossen. Momentan arbeite ich fieberhaft am elektronischen Zuspiel-Part. Über die Uraufführung werde ich hier in Kürze informieren.
Mein Aufsatz »Die Klangbibliothek des Michael Wollny« soll in der Zeitschrift Musik & Ästhetik veröffentlicht werden. Genaueres hierzu auch in Kürze.
Im Zusammenhang des Cage-Days, einem John Cage gewidmeten Tag an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig, werde ich mich in aller Kürze kritisch mit der Musik John Cages auseinandersetzen, einem Komponisten, der mich musikalisch nicht im Geringsten beeinflusst. Mithilfe des Yì Jīng möchte ich Teile seiner Werke »umkomponieren«, freilich ein eher augenzwinkerndes Unterfangen.
Was wird folgen? Schwer zu sagen. Da mein nächstes Werk (über das zu berichten sein wird, wenn es eine konkretere Gestalt angenommen haben wird) einen ausgiebigen Gebrauch von electronics machen soll, werden die nächsten Monate geprägt sein von eingehender Recherche, vom Erlernen mir noch unbekannter Programme, von Skizzenarbeit. Auch wird man 2018 einen Text von mir erwarten dürfen, der Stellung bezieht: zur sogenannten Neuen Musik, zu ihren Strömungen, Moden und Protagonisten. 


10/03/2017                                                                                                     

2017 scheint ein ebenso arbeitsames und kreatives Jahr zu werden wie das vorige.

Gestern habe ich die Komposition an meinem Opus 6, Schoscha für Euphonium und Zuspielband, abgeschlossen. Das Stück dauert 7 Minuten und 16 Sekunden, ist dem Trompeter und Euphoniumspieler Paul Hübner zugeeignet und wird am 22. Mai 2017 von ihm in Leipzig uraufgeführt. Wie in ...tönend bewegt... werden die einzelnen Parameter der Tonerzeugung – hier: Ansatzspannung, Obertöne, Aktivitäten der Zungenspitze und des Zwerchfells – polyphonisiert und einander überlagert. Zusätzlich zu der ohnehin bereits sehr dichten und virtuosen Euphoniumstimme agieren drei einzelne, morphologisch und registral voneinander unabhängige elektronische Stimmen, die, in meist unterschiedlichen metrischen Schichten sich befindend, eigene harmonische Konstellationen durchlaufen und dadurch eine Fülle an Bezügen – untereinander und zum Euphonium – entwickeln.

Sobald das Zuspielband fertig ist, das ich im Studio mit Hilfe Johannes Ziemanns erstellen werde, fahre ich fort mit der Komposition an Paroxysmen, einem Werk für Stahlsaitengitarre, Cembalo, 13 Schlaginstrumente und Tape. Eine Uraufführung für Herbst 2017 ist bereits in Planung. Dieses Werk, ganz anders als Schoscha, wird wiederum ein harmonisch motiviertes. Grundlage bildet Wucht, mein Opus 5a, so dass Paroxysmen die Opusnummer 5b tragen wird.

Des Weiteren beschäftige ich mir zurzeit mit der Musik des Jazzpianisten Michael Wollny. Ein Aufsatz zu seiner Musik soll diese Beschäftigung offenlegen.

...tönend bewegt... ist seit kurzem auf dem Youtube-Kanal »Incipitsify« zu sehen, mit Partitur: https://www.youtube.com/watch?v=ExpepmyDVsM

Der Programmheft-Text, den ich für das Klavierrezital geschrieben habe, das Ermis Theodorakis im Oktober letzten Jahres dargeboten hat und in dem er ...tönend bewegt... zur Uraufführung brachte, ist unter »Texte« als freier Download erhältlich. In diesem gibt es neben einigen Informationen zu meinem Stück auch Einführungstexte zu den anderen, an dem Tag aufgeführten, Stücken, einige Notenbeispiele und ein kleiner Einführungstext zur musikalischen Strömung des Komplexismus.


25/09/2016                                                                                                      

Mein Aufsatz mit dem Titel "Komplexistische Rhythmik. Kompositionstechniken und Ästhetik" ist fertig und hier als freier Download erhältlich unter "Texte". Er beleuchtet meine eigene rhythmische kompositorische Sprache. Zuvorderst wird das Material vorgestellt: n-Tolen, Taktarten und Tempi; anschließend konstruiere ich modellhafte Situationen, so als komponierte ich, um die kompositorische Applikation des Materials vorzuführen. Fragen zur Interpretation beschließen den Text. Zum besseren Verständnis habe ich zu einigen der Beispiele Hörbeispiele erstellt, die man ebenfalls unter "Texte" downloaden kann.

Außerdem sei hier auf ein Konzert frei improvisierter Musik verwiesen, auf das ich mich bereits jetzt freue. Am 03. November 2016 spiele ich mit den fantastischen Musikern Julian Pajzs (Gitarre), Andris Meinig (Kontrabass) und Wolfram Dix (Schlaginstrumente) um 21.00 Uhr im Dr. Seltsam in Leipzig. Liebe Leipziger Freunde, ich würde mich freuen, euch dort anzutreffen.


12/07/2016                                                                                                   

 

Wucht, eine Komposition für Klavier und Zuspielband, geschrieben für die Hochzeit zweier guter Freunde, ist fertig. Michael Hauser wird das Stück Ende Juli im privaten Rahmen in Emmendingen uraufführen.

 Ich gebe zu: weniger die Liebe zu diesem Instrument als sich bietende Gelegenheiten gaben den Ausschlag, für das Klavier zu komponieren. Dass diesem bestimmte Gestaltungsmöglichkeiten fehlen, die mich so ansprechen und reizen - wie Vibrati mit sich rhythmisch ausgestalteter verändernder Amplitude und Frequenz, Glissandi oder alle Arten von Imperfektionen wie das Abbrechen und -fallen eines Tones, leichte Unsauberkeiten der Intonation, Töne mit Luftgeräuschen, etc. - mag auch mitverantwortlich dafür sein, dass ich selbst als Kind nur temporär Klavier spielte und seither keine Ambitionen hatte, über ein geringes Maß, das notwendig für meine Unterrichtstätigkeiten ist, hinauszugelangen. Nichtsdestoweniger kommt das Klavier in vier meiner fünf Opera zum Einsatz, allerdings mit stets anderem Habitus: in Monadologie als meist transparent gehandhabtes Ensembleinstrument; in Jazz als ad-absurdum geführtes Soloinstrument, das weniger durch gehaltvolles Spiel besticht als vielmehr durch roboterhafte Präzision - tatsächlich steht das Klavier abseits des Ensembles und spielt, nachdem es sich durch punktuelles und stets dichter werdendes Spiel seinen Einsatz erkämpft hat, durchgehend im forte und staccatissimo -; in …tönend bewegt… als 88tastiges und dreipedaliges Möbelstück, das durch hochdifferenzierte Bewegungen der Arme, Finger und Füße zum Klingen gebracht wird; in Wucht schließlich als Instrument der Masse, Kraft und Schwere und als das harmonische Instrument per se. Die Filigranarbeit wird hier vom Zuspielband übernommen, das zunehmend linearer und dichter agiert und schließlich das Stück allein beendet. 

Wucht ist ein Charakterstück von etwa sechs Minuten Länge und trägt trotz seiner Stellung als Nebenwerk die Opuszahl 5a - eine zweite Version (Opus 5b) für mehrere Instrumente ist in Vorbereitung und wird im Herbst dieses Jahres abgeschlossen sein. Es geht in diesen Werken weniger um strukturelle oder morphologische Fragestellungen als um harmonische, klangliche und interpretatorische. 
Ich freue mich außerdem, den Termin der Uraufführung von …tönend bewegt… bekannt geben zu können: 22. Oktober um 19.00 Uhr, Lyzeum, Leipzig. Nebst meinem Werk wird Ermis Theodorakis Stücke von Mario Schmidt (UA), Frank Cox, Iannis Xenakis, Detlef Heusinger (UA) und Claus-Steffen Mahnkopf spielen. Es sei wärmstens empfohlen, das Konzert zu besuchen.

 

 


06/06/2016                                                                                               

...tönend bewegt..., mein Opus 4 ist abgeschlossen. Ich freue mich sehr, dass Ermis Theodorakis, der erst gestern eine fantastische Uraufführung der Four Etudes for Piano von Frank Cox in der Hochschule für Musik und Theater Leipzig gab, dieses Werk im Herbst in Leipzig uraufführen wird. Nicht zuletzt ermöglicht wurde mir die Arbeit an diesem Stück, die ich im Januar begann, von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, die mir ein dreimonatiges Stipendium gewährte. Die Komposition soll Teil eines größer angelegten Werkes werden und in dieses perforiert eingewoben. Mehr dazu zu gegebener Zeit.                                      

Nach nunmehr anderthalb Jahren des pausenlosen Komponierens ist die Zeit reif für eine kleine Komponier-Pause, in der ich meine rhythmische kompositorische Sprache in Form eines kleinen Aufsatzes reflektieren werde. Insbesondere die technischen Aspekte sollen beleuchtet werden (n-Tolen, wechselnde Taktarten und Tempi, irrationale Taktarten). Der Aufsatz wird in einigen Wochen hier als freier Download erhätlich sein.


22/04/2016                                                                                                    

Zurzeit arbeite ich an einem Klavierstück mit dem Titel ...tönend bewegt..., ein Auftragswerk von forma Leipzig e.VDer Pianist Ermis Theodorakis wird es in einem Rezital im Herbst 2016 in Leipzig uraufführen. Weitere Informationen zur Uraufführung folgen in Kürze. Thematisiert wird die Überlagerung diverser Aktionsschichten - so werden Fingerspreizung, Fingeraktivitäten (mithin die Vertikale des Klavierspiels), Armbewegungen (folglich die Horizontale) und Pedalgebrauch dissoziativ einander gegenübergestellt.  


10/04/2016                                                                                                         

Das Improvisationsensemble The daX hat beim Wettbewerb für Filmmusik und Sounddesign der Innovationspreis gewonnen. Wir freuen uns über einen 1000€-Gutschein für eine Studioaufnahme!


30/03/2016                                                                                                        

Jazz, mein Op. 3, ist fertig. Erstmals verwende ich elektronische Klänge. Eigens für dieses Stück habe ich eine Notation entwickelt, die die Aktivitäten des Turntablisten angibt. Auch eine CD, die live ausgesteuert werden soll, wird abgespielt. Im Sommer dieses Jahres geht´s daher ins Studio um die Soundfiles für eine - hoffentlich noch dieses Jahr anstehende - Uraufführung zu erstellen.


01/02/2016                                                                                                        

Die Konrad-Adenauer-Stiftung gewährt mir ein einjähriges Kompositionsstipendium, das mir ermöglicht, mich meiner kompositorischen Arbeit zu widmen. Vielen Dank!